Liebe Mieterinnen und Mieter der „Neuen GeWoGe“,
seit fast 20 Jahren bin ich Mitglied im Aufsichtsrat der GeWoGe, zuletzt haben die Mitglieder der Genossenschaft mich im Juni 2007 in den Aufsichtsrat gewählt. Für mich ist es eine der wichtigsten Aufgaben, im Kreis Pinneberg auf Dauer bezahlbaren Wohnraum sicherzustellen.
„Der Pinneberger SPD-Landtagsabgeordnete Bernd Schröder hatte nach Bekanntwerden der Verkaufsabsichten der GeWoGe durch die CDU den „Stein ins Rollen“ gebracht und die öffentliche Diskussion „angefacht“ – so das Pinneberger Tageblatt seinerzeit.
Engagierte Mieterinnen und Mieter der GeWoGe haben daraufhin sofort eine Initiative ins Leben gerufen, die binnen kurzer Zeit über 25.000 Unterschriften im ganzen Kreis Pinneberg gesammelt hat, um durch ein Bürgerbegehren einen Verkauf zu verhindern. Diese Initiative wurde von Anfang an von der SPD, insbesondere Dietrich Anders und mir unterstützt.
Anstatt die Ängste und Sorgen der Mieterinnen und Mieter ernst zu nehmen, spottete der damalige CDU Fraktionsvorsitzende
Hirsekorn (heute stellvertretender Landrat) über „die dicken Autos vor den Haustüren der GeWoGe-Wohnungen“. Als der öffentliche Druck zu groß wurde und ein Bürgerentscheid „drohte“, sind CDU und FDP dann umgekippt.
Am 15.06.2005 hat der Kreistag beschlossen, einem Verkauf der Anteile des Kreises Pinneberg an der GeWoGe an eine neu zu gründende Genossenschaft zuzustimmen. 2004 hatte ich den damaligen Innenminister Klaus Buß eingeschaltet. In vielen Gesprächen mit dem Innenministerium und der Investitionsbank ist es gelungen, die Grundlagen für ein bundesweit einmaliges Genossenschaftsmodell zu schaffen.
Bei einem Gesamtinvestitionsvolumen der Genossenschaft von 104,9 Mio. € beteiligte sich das Land Schleswig-Holstein finanziell mit 21% am Genossenschaftsmodell, also mit 22 Mio €. Die Investitionsbank wurde mit 40% der größte Geldgeber. Soziale Sicherheiten für die Mieter und ein umfangreiches Modernisierungsprogramm für die Wohnungen wurden vereinbart.
Inzwischen gilt die Neue GeWoGe bundesweit als „Pinneberger Modell“, das zu einem Umdenken geführt hat. Es wird nicht mehr um jeden Preis privatisiert.
Ich schreibe Ihnen heute, weil am 27. September neben dem Bundestag auch der Schleswig-Holsteinische Landtag gewählt wird.
Ich würde mich freuen, wenn in Ihre Wahlentscheidung auch mit einfließt, wer sich erfolgreich für den Erhalt der GeWoGe Wohnungen und damit für die Interessen der Mieterinnen und Mieter eingesetzt hat und auch in Zukunft einsetzen wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bernd Schröder
